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In Berlin aufgestellte Plakate für Olympia-2012
Beim letzten Mal noch ein Gedanke, reift bei mir der Plan, aus Bogensport en vogue, da es sich schon um den dritten Beitrag handelt, eine Serie in loser Folge zu machen. Außer den rein sportlichen Aspekten gibt es viele Themen die sich rund um den Bogensport bewegen, die aber oftmals keine oder nur wenig Aufmerksamkeit bekommen, zu Unrecht wie ich meine.

Heute soll es mal um die mediale Präsenz des Bogensportes gehen. Der Bogensport generell, auch wenn es eine beachtliche positive Entwicklung gibt, ist obwohl olympisch, noch immer eine sogenannte Randsportart. Die mediale Präsenz solcher hält sich in der Regel sehr in Grenzen. Natürlich gab es hin und wieder was, so z.B. der Auftritt unserer Bogenschützen bei Galileo zusammen mit einem Schamanen, der ihre Pfeile verfluchte. Aber selbst die WM Bogen 2007 in Leipzig ergab bis auf kurze Berichterstattung im MDR und im Vorfeld die Teilnahme des damaligen Bundestrainers Martin Frederick in der Sendung Riverboat keine nennenswerten Aktivitäten in den damalig noch sehr fernsehdominierten Medien. TV ist natürlich auch heute noch ein Thema, aber in den vergangenen Jahren haben sich mit der technischen Entwicklung von Smartphones, Tablets usw. nicht nur die Sehgewohnheiten, sondern auch die Verbreitungskanäle geändert. Mit ein wenig Verzögerung wurde dieser Entwicklung Rechnung getragen. Selbst das öffentlich rechtliche Fernsehen hatte Bogensport im Liveangebot und sendete auch über verschiedene Livestreams via Internet. Damit begonnen wurde bei den Olympischen Spielen in London 2012. Wie ich überhaupt eine gesteigerte Präsenz ungefähr auf diese Zeit verorten würde. Gerade aus dem Urlaub zurück, war ich damalig schon sehr überrascht, dass mich flächendeckend in der Stadt innerhalb der Olympiakampagne zwei Sportler, ein Ziel von ARD und ZDF, Bogensportler von riesigen Plakatwänden anlächelten. Noch mehr freute es mich, dass es erstens nur 3 Sportarten waren (Leichtathletik, Schwimmen und ebend Bogenschießen), die als Motive ausgesucht wurden und zweitens, dass Wiebke Nulle vom BSC BB-Berlin, neben Tanja Schultz (Pyrmont), als Sportlerinnen dafür Modell stehen durften. Der dazu produzierte Werbespot lief in der Langversion zwischen Tagesschau und Tatort und erreichte so wohl an die 10 Millionen Zuschauer, bevor er in der gekürzten Version sehr oft während der Spiele gezeigt wurde. Aber nicht nur TV sondern auch die Werbung nahm zunehmend den Bogensport wahr. Ein großer Getränkekonzern mit Sitz in Atlanta hatte neben 4 weiteren Sportarten ebenfalls den Bogensport in seinem Olympiaspot. Auch ein Mainzelmännchen schoss plötzlich Bogen, übrigens letztmalig gesehen während der Spiele von Sotchi ! Auch die Werbung nutzt weiter den Bogensport zur Vermarktung von Produkten. Letztes und wie ich finde sehr gelungenes Beispiel (bitte über die abgeschossenen und letztlich ankommenden Pfeile hinwegsehen), stellt den Zusammenhang zu einem Highend Notebook eines japanischen Herstellers her. Aber auch der Sport selber rückt immer mehr in den Vordergrund. Youtube Kanal der WA und der erneuerte Vertrag mit Eurosport sind die neuesten Zeichen dafür. Aber auch in den Regionalsendern und in Spielshows wie bei Stefan Raab und zuletzt gesehen bei Wetten dass, kommt Bogenschießen wesentlich häufiger vor wie in der Vergangenheit.

Die Printmedien haben hier nach meiner Meinung nicht Schritt gehalten. Bei Großereignissen wie Olympia oder WM gibt es natürlich entsprechende Berichte und auch Interviews, auch in den überregionalen Zeitungen. Magazine und Wochenzeitschriften sind da eher zurückhaltend. Regionalausgaben oder Beilagen für die Region haben da schon einen anderen Status erreicht. Bei relevanten Ereignissen in der Region wird mehrfach berichtet und es gibt Gegenden in denen permanent oder oft über die Bogensportvereine der Region berichtet wird. Hier gibt es deutliche Unterschiede zu den Großstädten, wie auch bei der Unterstützung der Vereine durch die ansässigen Händler, Handwerker und Firmen. Nun ist das natürlich alles kein Selbstläufer. Hier sind auch die Vereine und Clubs gefragt und müssen aktiv für sich und ihren Sport und natürlich die Events Werbung betreiben. Hier hat sich nach meiner Beobachtung in der jüngeren Vergangenheit viel getan. Clubs und Vereine haben in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen den Bogensport auch medial voranzubringen, wobei natürlich auch die neuen Medien und deren Verbreitung hilfreich waren. Viele neue Webseiten sind entstanden oder wieder mit Leben erfüllt , Blogs bieten Informationen und Fotos, Twitter und Facebook werden zunehmend interessanter und auch der Dachverband hat was die Geschwindigkeit bei der Veröffentlichung von Ergebnissen und was den Bogensport generell angeht, zugelegt. Von Ereignissen mit überregionaler Bedeutung gibt es Liveticker. Zunehmend werden Filme ins Netz, hier besonders bei Youtube, gestellt und erreichen teilweise bis zu 30.000 Aufrufe. Vereine haben Turniere neu ins Leben gerufen, die auch überregionale Bedeutung und auch internationale Bedeutung erlangt haben. Ich denke da z.B. an die Berlin-Open oder auch an das annoncierte Einladungsturnier in Sternenfels, wobei letzteres wohl erst mal noch Einzelcharakter als Jubiläumsevent hat. Aber wer weiß? Viele Informationen, viele Initiativen und eine positive Entwicklung deren Ende hoffentlich noch nicht erreicht ist.

Bericht: Carsten Rauchhaus

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