image

[ 1.Tag ] [ 2.Tag ] [ 3.Tag ] [ 4.Tag ] [ BL-Finale ] [ Ergebnisse ] [ Teams ][ Karte ]

strich

Team der 1.BL von BB-Berlin am 4. Wettkampftag  
Team der 1.BL von BB-Berlin, und alle in der Folgewoche
auch zur Hallen-WM im französischen Nimes dabei,
v. l. nach r.: Eric Skoeries, Karina Winter, Elena Richter
 

Welzheim, der Rekordmeister diesmal als Gastgeber der Finalbegegnungen um den Meisterspiegel des DSB, aber nicht in der heimischen Halle sondern im nahen Plüdershausen in der Hohberg Sporthalle. Ausverkauft und tolle Stimmung, wie erwartet. Die SGI Welzheim in den letzten beiden Jahren zwar Finalteilnehmer, aber bereits immer in der Gruppenphase gescheitert, wollte es diesmal besser machen, zumal vor eigenem Publikum und nach der überragenden Leistung an den 4 Wettkampftagen. Wer seine Bundesligagruppe mit 53:03 gewinnt zählt wohl zu Recht zu den absoluten Favoriten auf den Gewinn des Meistertitels und entsprechend hoch waren natürlich die Erwartungen der Welzheimer.

In der Gruppenphase wurden sie diesen auch gerecht und sicherten sich durch Siege unter anderem gegen den Meister der letzten zwei Jahre aus Querum den Gruppengewinn mit 6:0 Punkten. Zweiter mit 4:2 Punkten der SV Querum. Damit standen die ersten Halbfinalisten fest.

Zeit auch mal einen Blick in die Gruppe A, der unsrigen, zu wagen. Der BSC BB Berlin, wie Welzheim als Erster angereist, aber an den 4 BL-Tagen in der Gruppe-Nord schießend, zeigte auch bereits in der ersten Begegnung gegen Neumarkt mit 58, 59 und 60 Ringen, dass sie auch in diesem Jahr ein Wort bei den Entscheidung des Tages mitsprechen wollen. Ringe sind zwar hier nicht das entscheidende Kriterium, weil es um gewonnene Sets geht, aber auch hier gilt je höher umso besser und in diesem Fall waren die Ringe auch gleichzeitig der Matchgewinn in drei Sets (Regeln und Modalitäten des BL Finals haben wir auf dieser Seite ausführlich und umfassend dargestellt). Dem zweiten Match gegen Sherwood BSC Herne kam da schon ein vorentscheidende Bedeutung bei. Aber auch die hatten sich einiges vorgenommen. Im Vorjahr schalteten sie uns im Halbfinale aus und waren Finalist, das galt es diesmal zu verhindern. Herne startete besser und ging mit 59:56 und damit 2:0 in Führung. Unser Team antwortete mit einer perfekten 60, denen der Gegner nur eine 58 entgegensetzte, es stand somit 2:2. Das nächste Set 57:57 und damit 3:3. Dank einer 58 die um 1 besser war wie die 57 von Herne gingen wir mit 5:3 in Führung und hatten den Vorteil mit einem Unentschieden bereits die Partie gewinnen zu können. Doch Herne wollte und konnte auch, in diesem Fall. Mit 59:58 hieß es anschließend 5:5 Ausgleich und das Stechen musste die Entscheidung herbeiführen. Es wird nicht das Letzte für unser Team sein an diesem Tag, soviel schon mal vorab und nicht alle verliefen siegreich. Wie dieses gegen Herne, die im Stechen die Oberhand behielten.

So war im dritten Match der Gruppe A schon mächtig Druck auf beiden Teams. Sowohl für Tacherting als auch für uns war klar, es musste ein Sieg her um den Einzug ins Halbfinale zu erreichen. Entsprechend verbissen und eng ging es zu. Über die Stationen 58:58, 56:59, 58:56, 55:59 und 58:57 in den Sets kamen wir wieder bei 5:5 und dem entscheidenden Stechen an. Diesmal allerdings mit dem glücklicherem Ende für uns und dem Erreichen des Ziels der Runde der letzten Vier. In der Halle wussten das alle, aber den Zuschauern am heimischen Computer oder am mobilen Endgerät, zumindest denen die mit Berlin fieberten, stockte der Atem, zeigte doch der Liveticker Tacherting als Gewinner des Stechens. Berlin raus, jedenfalls für lange bange Minuten, bis die Erlösung kam und Berlin als Zweiter der Gruppenphase A genannt wurde. Puh.

Die nächste Begegnung um den Einzug ins Finale wird gegen den Gruppenersten aus B auszufechten, Verzeihung zu schießen sein, und das war Welzheim. Im Gegensatz zum Vorjahr wurden diesjährig die Halbfinals nacheinander ausgetragen. Also etwas Zeit für uns, und man konnte einen Blick auf den Gegner, denn einer von beiden wird es auf jeden Fall, riskieren.

Es war die Neuauflage des letztjährigen Finals, Querum gegen Herne. Es zeigte sich erneut wie eng und ausgeglichen die Liga ist. Knapp und umkämpft, auch über Unentschieden gehend, setzte sich Herne diesmal mit 6:4 durch und war erster Finalist. Nun wir. Die Sympathien in der Halle waren klar verteilt. Die ersten Sets begannen etwas verhalten und endeten alle Unentschieden 57:57, 56:56 und 58:58, damit 3:3. Im nächsten Set gingen wir mit 60:57 und damit 5:3 in Führung. Die Halle tobte, Welzheim schoss erneut eine 57 und die war leider besser wie unsere 55, und so stand es erneut und zum dritten Mal Unentschieden, und das Stechen würde entscheiden müssen. Welzheim gewann und die Halle stand Kopf, endlich wieder eine Finalteilnahme.

Unser Team in der Besetzung Elena Richter, Karina Winter und Eric Skoeries hatte aber das kleine Finale sicher, auch wenn dort mit Querum der Meister der letzten zwei Jahre wartete und diese uns in den letzten Begegnungen der Vorrunde in der BL Nord geschlagen haben, eine schwere aber auch eine lösbare Aufgabe. Und wie sie das lösten. Vielleicht auch noch etwas angefressen von der vergebenen Chance beim 5:3 gegen Welzheim, wussten sie dies sehr gut zu kanalisieren und zeigten ihre ganze Klasse. In drei Sets 179 von 180 möglichen Ringen und damit 6:0 gegen Querum, denen damit in diesem Jahr nur der sogenannte undankbare vierte Platz blieb. Unser Team holte wie schon im Vorjahr die Bronzemedaille. Herzlichen Glückwunsch.

Aber da war ja noch was. Unter tosendem Applaus begann der Einzug der Finalmannschaften in die übrigens sehr schöne und geschmackvoll ausgestaltete Halle. Die Westfalen aus Herne starteten mit 58:57 ins Match. Welzheim konterte sofort mit einer 60:57 und Ausgleich. In Set 3 war es nun an Herne, die eine perfekte 60 gegen eine 56 setzten und damit 4:2 in Führung gingen. Auch ihre 59 aus Set 4 war besser als die 56, die Welzheim anbot. Herne war nach der Saison 2010/11 zum zweiten Mal Meister und nahm die Meisterschale vielleicht für einige etwas überraschend, aber verdient entgegen. Aber auch Welzheim hatte allen Grund zur Freude, war es doch nach einer Durststrecke endlich wieder eine erfolgreiche Finalteilnahme und mit Silber belohnt. Freuen wir uns also auf die 18. Saison der höchsten Klasse im Bogensport.

Für unser Team war es eine Zwischenstation auf dem Weg nach Nimes zur Indoor WM der WA 2014. Der Rest der Mannschaft des DSB für Nimes stieß in Welzheim zu ihnen und sie werden die restlichen 900 Kilometer bis nach Südfrankreich zusammen in Angriff nehmen. Wer nun glaubt Südfrankreich, da könne man ja schon fast im Freien schießen, dem sei gesagt, es wird dort die gesamte Zeit nur unwesentlich wärmer sein wie bei uns in Berlin. Bleibt noch unserem Team und auch den anderen Deutschen alle ins Gold zu wünschen und vielleicht den einen oder anderen Erfolg, wobei wir uns da gern an 2009 zurückerinnern.

Die Platzierungen und Tabellenstände der Landesligen entnehmen Sie bitte den Seiten des Bogenreferenten unter der Rubrik Ergebnisse.

Bericht und Fotos: Carsten Rauchhaus (c)

Zum Seitenanfang