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FITA-Recurve FITA-Compound Traditionell
BogenhandWelche Aufgabe haben eigentlich die Finger der Stützhand am Bogen? Kann man die irgendwie in die Schießtechnik einbinden?

Schwierig zu beantworten, nicht? Um an solch eine Fragestellung ranzugehen, müssten wir uns erstmal die Bogenhand genauer ansehen, also was überhaupt von der Bogenhand nützlich ist.

Eigentlich wird doch hauptsächlich nur der Druckpunkt benötigt. Nicht die gesamte Hand, lediglich nur ein einziger Punkt.

Moment Mal, und die Finger, der Daumen, die Handfläche, die müssen doch auch was machen, wäre doch sonst ungerecht, oder?

BogengriffJa klar, die machen auch was. Der äußere Bereich der Hand-Innenfläche wird beim Einlegen der Hand in den Bogengriff einfach etwas seitlich nach außen weggedreht. Deren Funktion ist es also, den Druckpunkt noch exakter ansetzen zu können und den Handballen-Außenknochen aus den Griffbereich rauszudrehen, also zusätzliche Anlagepunkte der Hand am Bogen zu vermeiden.

Blieben noch die Finger und der Daumen.

OK, betrachten wir als erstes die Finger: Was wäre, wenn wir diese beim Schießen einfach abspreizen? Na, wer weiß es? Alles dreht sich um, niemand fühlt sich angesprochen die Frage zu beantworten... Hm...

DruckpunkteGut, ich jetzt also wieder: Dann würden wir in die Bogenhand eine zusätzliche Muskelanspannung einbringen, die den Bogen im Moment des Abschusses verreißt. Unter Wettkampfstress in der Regel sogar verstärkt, Streuung wäre die Folge. Außerdem: Der Bogen, der bei schlechtem Ablass dazu neigt, seitlich auszuschlagen, hätte dazu in der Bogenhand nun noch mehr Spielraum. Oft sieht man dann bei Schützen, dass diese den Bogen versuchen regelrecht nachzugreifen, was das eigentliche Problem oft nur noch verschlimmert.

OK OK..., legen wir also die Finger um den Bogengriff, halten den Bogen fest?

BogenarmMoment mal. Festhalten des Bogens? Beim FITA-Recurve? Neeee, geht gar nicht! Gleicher Effekt wie zuvor. Durch das Festhalten spannen wir wiederum Muskelgruppen in der Hand an, die sowohl zusätzliche ungewollte Druckpunkte als auch Muskelanspannungen in der Hand erzeugen. Somit wären zusätzliche Fehlerquellen entstanden. Unweigerliches Verreißen des Bogens und schlechte Trefferbilder wären die Quittung.

Also nichts mit Abspreizen oder Festhalten?

Genau! Die Finger werden ganz natürlich locker gehalten.

Stellt Euch vor, ihr streckt den Bogenarm – jedoch ohne den Bogen - locker aus, die Hand halltet ihr dabei ganz natürlich ohne jegliche Anspannung, auch Finger und Daumen sind entspannt und locker. Dann dreht ihr die Bogenhand ein Wenig um die Längsachse des Armes. Mit den Fingern könnt ihr ruhig ein wenig spielen, ist ja nichts angespannt, alles locker.

Der Daumen zeigt dabei nach vorn. Und genau so sollte die Hand auch den Bogen abstützen. So, dass die Finger bei jedem Element des Bewegungsablaufes in der Lage sind, zu spielen. Völlig locker. Lediglich der Druckpunkt ist wichtig.

War das schon alles? Mehr nicht?

Na ja, ein zwei Sachen gibt’s da schon noch: Nämlich Seitenführung und Abschuss.

Abschuss FührungFinger und Daumen sind im Idealfall zwar locker, jedoch bleiben sie am Bogen angelegt. Ja, auch der Daumen! Sie geben dem Bogen beim Abschuss eine Führung mit. Nicht dass dies nun dem Schützen jetzt mehr Ringe bringen würde, jedoch bekommt er dadurch ein deutlich besseres Gefühl für den Bogen und die Qualität des Abschusses. Kann deren Reaktion besser spüren und wird im Abschuss sicherer.

Bleiben die Finger leicht gekrümmt, jedoch in sich locker und hat zusätzlich die Fingerschlaufe wenig Spiel, so kann man den Bogen auch nach dem Abschuss ruhig in die Finger Fallen lassen. Ein Nachgreifen wäre somit absolut ausgeschlossen.

(C) www.Bogenwiese.de
Tipps & Tricks für Bogenschützen
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Holger Hüning (c)
Wolfgang Schwarz (c)
Holger Hüning (c)
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