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FITA-Recurve FITA-Compound Traditionell
...hatte mal mein Prof. zu mir gesagt, muss man etwas wiederholen, damit man es nicht vergisst. Jedoch sieben Mal beim Bogenschießen, vielleicht sogar mitten im Schuss dran denken geht schlecht, oder?

Geplaudere Stimmt!

Ist man doch viel zu sehr mit der eigentlichen Schießtechnik beschäftigt, um sich dann noch an genau diese eine Sache zu erinnern. Eben die, die man jetzt während des Schusses besser machen wollte. Und das vielleicht auch noch mitten im Wettkampf, oh je. Bin ja so aufgeregt.

Das jetzt bloß nicht vergessen, ich setzte den Schuss an. Und ziehe....
...Zschhhh.........der Schuss ist weg!

Geplaudere War da nicht noch was? Ach ja, und wieder hab ich’s vergessen...

Aber es geht auch anders!

Schießtechnik Denn um den Schuss richtig aufzubauen, heißt es vor allem, sich bewusst vorzubereiten. Bereits die Grundstellung immer und immer wieder gleich anzusetzen. Und zwar alles immer in derselben Reihenfolge. Und jedes Element muss auch tatsächlich in sich abgeschlossen sein.

Denn schließlich wollen wir ein sehr gutes Trefferbild erzielen. Und das heißt vor allem: Gleichmäßigkeit. Dazu gehören eben auch die sonst unbeachteten Belanglosigkeiten der Körperhaltung und Gedankengänge.

Ja, selbst die kleinste Kleinigkeit, denn die wird später ganz groß. Wird dann erst zum alles überragenden Problem. Also: Schließe eine Sache in sich sauber ab, erst dann gehe zum nächsten Schritt über.

Diese Übergänge sollten aber nicht lang sein, eher von mal zu mal fließender. Ein Element, abgeschlossen in sich wird in das nächste Technikelement überführt. Alles geleitet durch kontinuierliche Bewegung, eben fließend...

Aber wir waren ja noch bei der Grundstellung: Fußstellung, Hüfte, den Bogen greifen, an der Sehne ansetzen und am Griff den Druckpunkt suchen. Nun leichte Vorspannung des Bogens, Arm - Zughand und Bogenhand sind in einer Linie, der Blick auf die Scheibe gerichtet, uuuuund...

Geplaudere ...STOP!

Vorauszug Wir erinnern uns: Wir wollten uns doch diese eine Sache vornehmen, genau die, die während des Schusses verbessert werden soll.

Also, in dem Moment, wenn Du die Grundstellung beendet hast, genau dann ist es der richtige Zeitpunkt, den Schuss überhaupt erst zu planen. Also Dir diese eine Sache nochmals vorzunehmen. Denn mehr als ein, maximal zwei Elemente bist Du eh nicht in der Lage, später beim Schuss bewusst umzusetzen. Fasse also diesen einen Gedanken kurz, präzise und knapp zusammen. Denke an das, was es bewirken soll. Und wie gesagt, insgesamt immer schön fließend.

Und dann los...

...Vorauszug. Also Heben des Bogens bis in Augenhöhe. Die Zughand führt dabei, bleibt immer ein wenig höher als die Bogenhand. Beim Kyudo heißt es: So, dass gerade ein Wassertropfen am Pfeil abfließen kann. Bogen und Zughand kommen in Höhe der Augen an. Der Bogen ist dabei ein wenig gespannt. Gerade so viel, dass Du nochmals den Druckpunkt überprüfen kannst. Bei gerader Kopfstellung kannst Du nun aus den Augenwinkeln knapp unter der Zughand durchgucken.

BewegungsablaufGeplaudere OK, dieses Element wäre abgeschlossen.


Vorvisieren ist jetzt dran, genau so, dass später dann beim Ankern das Visierkorn in der Scheibenmitte sitzt, ohne groß den Bogen noch korrigieren zu müssen. Denn Korrektur heißt Verlust der Körperspannung, also ein Unterbrechen des Flusses. Und das wollen wir nicht. Möglichst effektiv muss der gesamte Bewegungsablauf sein, besonders das Zielen.

Geplaudere Vorvisieren beendet?

Ankern Gut, bringe Dir nun auch wieder das Technikelement in Erinnerung, dass Du dir vorhin noch vorgenommen hattest. Und dieses genauso kurz, präzise und knapp. Nun die Gedanken zurück zum Schuss. Fließender Übergang zum nächsten, dem Bogenspannen und anschließendem Ankern...

Abschuss In der Regel wirst Du dich nicht gleich an diese Sache mitten im Schuss erinnern. Auch nicht beim Zweiten Mal. Denn auch die Konzentrationsfähigkeit gilt es, trainiert zu werden. Sollte also schon beim Training bewusst mit einbezogen werden. Aber mit zunehmender Anwendung dieser Neuerung kannst Du dir selbst unter dem Stress eines Wettkampfes bewusst einzelne Elemente herausgreifen, diese dann verbessern.

Nach dem Abschuss heißt eigentlich vor dem Schuss!

Denn nach dem Abschuss: genau so, wie Du dann gestreckt da stehst, so lass den Schuss nochmals in Gedanken Revue passieren. War der Schuss gut, hat er sich vom Gefühl her gut angefühlt und das Trefferergebnis stimmt, so selektiere dieses positive Bewegungsgefühl. Versuche, es regelrecht einzufrieren. Damit Du es auch beim nächsten Schuss gut abrufen kannst.

Du solltest aber auch nach dem Schuss diesen einen wichtigen Gedanken überprüfen. Den, den Du dir ja bereits nach der Grundstellung und im Vorauszug vorgenommen hattest.

Geplaudere Habe ich erreicht, was ich wollte, entsprach Gefühl und Ergebnis meinen Erwartungen?

Nach dem Schuss ist vor dem Schuss Und deshalb auch: Nach dem Schuss ist vor dem Schuss! Denn nun kannst Du das Ergebnis in die Vorbereitung des nächsten Schusses wieder einfließen lassen. Also dann, wenn Du wieder die Grundstellung abgeschlossen hast.

Geplaudere Und was ist nun mit den sieben Mal dran erinnern?

Gar nichts, denn bereits einmal in der Vorbereitungsphase, einmal im Vorauszug und einmal nach dem Schuss reichen, dass Du es für den nächsten Schuss nicht vergisst. Und irgendwann erinnert man sich dann auch bereits im Schuss dran. Das heißt, sofern Du das Konzept als solches vorher trainiert hast.

(C) www.Bogenwiese.de
Tipps & Tricks für Bogenschützen
Autor:
Fotos/Fotobearbeitung:
Holger Hüning (c)
Wolfgang Schwarz (c)
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