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FITA-Recurve FITA-Compound Traditionell
Mit dem Trainingsplan in die Zukunft sehen?Ausschlaggebend für ein gutes Schießergebnis ist sowohl eine saubere Schießhaltung als auch die Kondition des Schützen. Natürlich spielen dann noch weitere Faktoren wie z.B. Psyche, Umfeld, Material usw. eine Rolle. Um gezielt auf Wettkampfhöhepunkte hinzuarbeiten, ist daher eine Trainingsplanung unerlässlich. Im Wesentlichen heißt das, neben dem Kraft- bzw. Konditionstraining auch eine vorherbestimmbare Schussanzahl zu absolvieren. Diese wird dem Schützen oft durch einen Trainer als tägliche, wöchentliche und monatliche Schusszahl vorgegeben und variiert gezielt verteilt auf den verschiedenen Zeitabschnitten. Später werden dann die geplanten Schusszahlen, deren Verteilung und die zu erwartenden Leistungswerte mit dem tatsächlich absolviertem Trainingspensum sowie Leistungskontrollen und Wettkampfhöhepunkte verglichen.

Und genau für diese Planung und die spätere Auswertung empfiehlt sich ein Trainingsplan, entweder in Tabellarischer Form, in Schriftform oder in Form von Diagrammen. Solch einen Trainingsbericht mit Trainingsplanung findet ihr in unserem Download-Bereich.

Gezielt eingesetzte Entlastungsphasen

Trainingsplanung - EntlastungNatürlich macht es wenig Sinn, die Schützen permanent zu belasten, eher werden gezielt im Laufe der Saison Be- und Entlastungsphasen eingeplant. Bei besonders dauerhaft hoher Saisonbelastung legen die Schützen oft sogar am Ende der Saison zur Regeneration einen definierten Ruhezeitraum ein.

Neben dem psychischen Training spielt natürlich auch das physische Training eine bedeutende Rolle. Gerade die Beanspruchung beim Bogenschießen besteht unter vielen anderen Anforderungen eben aus einer Kombination von beidem.

Um bei einem Wettkampf selbst bis im Finale noch fitt zu sein, muss im Training nun mind. ca. 10 bis 25 Prozent an Mehraufwand betrieben werden. Dieses Training, also das schlagartige Abfordern von Leistung über dem Alltäglichen bedeutet in der Regel eine 'Schädigung' des Körpers, die ein Organismus durch eine Leistungssteigerung - also den Aufbau von Reserven - zu kompensieren versucht. Nach diesem Abverlangen einer Leistung erfolgt eine langsam abfallende Erholungsphase, deren Endwert nun die Steigerung unseres ursprünglichen Trainingszustandes darstellt. Trainiert man nun regelmäßig, kann man so seinen Konditionszustand auf ein gleichmäßiges Niveau anheben.

Sägezahnprofil

Trainingsplanung - Sägezahn Man stelle sich das wie ein umgedrehtes Sägeblatt vor. Deren nach oben weisende Spitzen stellen das Training und die schräg abfallenden Zahnflanken die Erholungsphasen dar.

Für das Bogenschießen werden in der Regel im Freizeit- und Wettkampfbereich mind. 2x, besser 3x die Woche Training empfohlen. Bei uns im Sportforum trainieren die Leistungsschützen sogar täglich mehrere hundert Schuss. Zu den Wettkampfhöhepunkten steigert man dann die wöchentliche Schusszahl, um dann direkt vor dem Wettkampf die Belastung wieder ein wenig zurückzunehmen, nach dem Wettkampf legt man dann eine leichte Ruhephase ein. Diesen im Kleinen, also innerhalb eines Monats durchgeführten Schusszahlplan kann man auch auf die gesamte Saison übertragen, steigert sich so bis zu den Saisonhöhepunkten hin. Um dann nach der Saison wiederum eine Erholungsphase einzulegen.

Für unser Beispiel mit der Säge würde das heißen: Wir stellen das umgedrehte Sägeblatt leicht schräg, so dass die nachfolgenden Zahnspitzen (die Trainingsleistung) immer weiter nach oben gehen. Jedoch deren abfallende Zahnflanken insgesamt auch eine Steigerung erfahren, somit den jeweils nachfolgenden Zahn (Leistungsniveau) anheben.

Belastung und Erholung

Belastung und ErholungDas heißt also, dass zwischen den Trainingstagen definierte Erholungsphasen zur Regeneration eingelegt werden. Aber nicht nur zwischen den Trainingstagen, auch zwischen den verschiedenen Abschnitten einer ganzen Saison. Schaut man sich die Planung einer gesamten Saison an, so gibt es dort also ebensolche mehr und weniger belasteten Zeitabschnitte, die dann ein wellenartiges Erscheinungsbild abgeben. Zusätzlich können Auswirkungen der physischen und psychischen Belastungen – also unsere Leistungsfähigkeit - massiv durch weitere Randbedingungen beeinflusst werden. So spielt z.B. das gezielt eingesetzte Kraft- und Konditionstraining eine entscheidende Rolle. Setzt man dieses Instrument langfristig ein, so ist oft ein dauerhaft angehobener Leistungswert die Folge. Denn nun braucht der Schütze einen Großteil seines Schießtrainings nicht mehr der konditionellen Bewältigung des Bogens widmen, da dies ja praktisch nach außen – also auf das externe Kraft- und Konditionstraining – verlagert wurde. Die Gewichtung des Schießtrainings wurde also zu Gunsten des reproduzierbaren Bewegungsablaufes verschoben. Beispiele für ein einfaches Kraft- und Konditionstraining zu Hause haben wir im BB-Tipp-009 und BB-Tipp-018 angegeben.

Trainieren des Gleichmäßigen

Trainingsplanung - GleichermaßenEin weiteres Argument für zu steigernde Schusszahlen pro Trainingstag ist das Trainieren des Gleichmäßigen, also der Körperreflexe, oder anders ausgedrückt: das 'Abschalten' des bewussten Schießens. Gewissermaßen den Körper schießen lassen, ohne jedoch dabei auf jedes Detail achten zu müssen. Im täglichen Leben spricht man hier von Angewohnheit, beim Schießen trainiert man sich den Bewegungsablauf an.

Jedoch liegt der Schwerpunkt dabei nicht nur in der alleinigen Abarbeitung vorgegebner Schusszahlen, also dem physischen Training, bei dem das Schießen auf Kondition und einen reproduzierbaren Bewegungsablauf hinausläuft. Auch die psychische Beanspruchung eines Wettkampfes gilt trainiert zu werden. Das Verhältnis aus reinem Technikschüssen und den Schüssen auf Auflage pro Trainingsabschnitt wird hierzu im Laufe der Saison verändert. Genauso wie man im Laufe einer Saison die nervliche Belastung eines Schützen verändert, also das unbelastete Schießen in Form von Tafelschießen auf das anspruchsvollere Schießen unter wettkampfnahen Bedingungen – dem Trainingswettkampf. Die Vorgehensweise der Gewichtung verschiedener Beanspruchungsarten wurde bereits im BB-Tipp-041 Der 7.Sinn beschrieben.

Gesundheitliche Aspekte

Trainingsplanung - GesundheitlichesBei all dem muss unbedingt auch auf gesundheitliche Aspekte geachtet werden! Schwere Verletzungen, die oft Monate der Heilung brauchen, können bei Überbeanspruchung im Bogenschießen die Folge sein. Nicht die sofortige schlagartige Steigerung bringt den Erfolg. Eher das langsame planmäßige und kontrollierte Daraufhinarbeiten. Denn unser Organismus braucht definierte Erholungsphasen, die sich bei oft und dauerhaftem Training dann tatsächlich verkürzen, bei wenigem und weit auseinander liegendem Training jedoch verlängern. Und ebenso ist es wichtig, bei jedem Training den Körper durch Erwärmungs- und Dehnungsübungen auf die Art der Belastung vorzubereiten, wie es im BB-Tipp-042 Tipps zum Aufwärmen beschrieben wurde.

Die Planung einer Saison und deren Umsetzung auf den einzelnen Sportler ist natürlich sehr individuell anzusehen. Denn nicht für jeden Schützen gelten absolut gleiche Randbedingungen. Allerdings hat sich bei uns für den Großteil der Schützen gezeigt, dass bei sehr guter Schießtechnik ein starker Zusammenhang zwischen Schusszahl und Leistungswert erkennbar ist.

(C) www.Bogenwiese.de
Tipps & Tricks für Bogenschützen
Autor:
Holger Hüning (c)
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