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FITA-Recurve FITA-Compound Traditionell
Tipps und Tricks beim Bogenschiessen, Trainingsplanung
Der BB-Trainingsbericht
Und, schreibt ihr fleißig euren Trainingsbericht? So was gibt es in den Vereinen und bei Trainern ja in dutzendfach verschiedenen Ausführungen. Wir führen euch einmal mehr an die Problematik heran, nehmen direkt am praxisnahen Beispiel eine alte Wettkampfsaison aus längst vergangenen Tagen, bei der die Voraussetzungen und Umsetzung anhand der Leistungskurve am Olympischen Recurvebogen besonders deutlich nachvollziehbar sind. Weiterhin empfiehlt sich zum besseren Verständnis nachfolgend verlinkte Berichte, sowie der Download zum Trainingsbericht.

Für alle mit genügend Ausdauer zum Lesen, los geht's. Es war einmal...

Damals, ja, eine wirklich schwierige Zeit. Nach sehr langer Auszeit wollte man verflixt noch mal irgendwie zurück auf die eigene Leistungsfähigkeit kommen. Klar, bis Dato wurde fleißig alles mitgepinselt, ihr wisst schon, schusszahltechnisch und so... Und tatsächlich, für die ersten 6 Wochen zeigt der Kurvenverlauf einen zwar stabilen Leistungswert mit nur wenigen Schwankungen, die durchschnittliche Schießleistung war mit Leistungswerten von 2,0 bis 2,2 aber nicht grad berauschend (auf 70m wären das 252 bis 243 Ringe). Verglichen mit alten Zeiten waren in der technischen Umsetzung Körperhaltung und Bewegungsabläufe schlichtweg Müll, ups..., um es gewählter auszudrücken: 'nicht optimal'. Der aktuell ungünstige Stand tat sein übriges, nicht grad ökonomisch, und die Fehleranfälligkeit war irgendwie jederzeit anwesend. Kurzum, der Kerl hat für sein Trefferbild die gesamte Scheibe ausgenutzt ;-(

Ach, wenn man doch jetzt träumen dürfte, 300er auf 70m wie in längst vergangenen Zeiten wären schön. Oder so um die 270er Werte - als Sprungbrett zu den 300ern - wären schon schick, zumindest das erstmal bringen. Doch momentan ging gar nichts mehr - und man lag weit unter ferner liefen. Die Saison war eh futsch, damit zerplatzende auch die Illusion wettkampftechnisch noch irgendwas zu reißen. Wer kennt das nicht...

OK, Schluss mit dem Träumen, zurück zur knallharten Realität! Schadensbegrenzung war angesagt, es hieß, die eigene Schießtechnik radikal auf Vordermann zu bringen, und alles hoffentlich später dann auch langfristig stabil umzusetzen. Hart durchgegriffen, den Mann sich selbst am Kragen gepackt und unter strengsten Maßnahmen in den Wochen 7 bis 10 Disziplin und Trainingsschweiß durchexerziert. Härter noch als bei den GI's wurden massive Änderungen an Haltung, Bewegungsablauf und Technikausführung vollzogen, schlimmer noch, statt Sonntags morgens auszuschlafen morgendliches Bogentraining, spät nachts oft genug sowieso. Nach und nach wurde die Schießtechnik komplett und ohne Kompromisse umgestellt. Weniger wiegt hier schwerer als die bloße Pfeileanzahl, Qualität, Qualität und nochmals Qualität!

Ein Kuriosum, dabei kommt es nicht selten vor, dass man schnell sogar geringfügige Verbesserungen am Trefferbild feststellt. Doch wie so oft in solchen Dingen, zu früh gefreut, diese sind meist nicht von langer Dauer und schlagen genauso schnell in's Gegenteil um, dieses gar noch gravierender! Man sollte also besser gleich von Anfang an die Erwartungen vorerst deutlich dämpfen, denn in der Regel stellen sich nach einer kurzen Überbrückungszeit urplötzlich starke Leistungs-Schwankungen ein, wie hier am Beispiel in den Wochen 10 bis 14 erkennbar ist. Gerade dann gilt es aber weiterhin diszipliniert am Ball zu bleiben, und die Durststrecke zu überwinden.

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