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FITA-Recurve FITA-Compound Traditionell
Wer keinen Wickelnockpunkt oder Metall-Klemmnockpunkt benutzen möchte, kann mit ein wenig Papier und Sekundenkleber einen zuverlässigen Nockpunkt selber herstellen.

Wir benötigen

  • einen längeren Streifen möglichst saugfähiges Papier (ca. 5 mm breit und 10 cm lang)
  • Sekundenkleber
  • eine Schlüsselfeile oder eine scharfe Klinge
Papier Streifen
Vor Setzen eines Papiernockpunkts haben wir mit Hilfe eines provisorischen Nockpunkts unsere Nockpunkthöhe ermittelt, beispielsweise mit Hilfe eines Rohschafttests.

Beim Rohschafttest wird eine Gruppe befiederter Pfeile und ein unbefiederter Vergleichspfeil geschossen, dessen Flug sich nicht stabilisieren kann und so die beste Nockpunkthöhe anzeigt. Er bietet noch mehr Analysemöglichkeiten, die hier jedoch nur gestreift werden.

Hier eine Kurzanleitung zum Rohschafttest:

  1. Sollte kein alter Nockpunkt vorhanden sein, wird der Checker auf Höhe der Pfeilauflage angelegt und eine Markierung in etwa 3 mm Höhe mit zum Beispiel einem dünnen Streifen Klebeband gesetzt. Er sollte nicht bei jedem Schuss verrutschen, aber verschiebbar sein, damit verschiedene Höhen geschossen werden können

  2. Wir verwenden mindestens drei befiederte und einen unbefiederten Pfeil, die Mindestentfernung beträgt 18 m

  3. Ähnlich der Visiereinstellung folgen wir dem unbefiederten Pfeil bei der Korrektur der Nockpunkthöhe


Rohschafttest Rohschaft Buttoneinstellung
Hier liegt der Nockpunkt zu tief, wir schieben das Klebeband also höher. Der Nockpunkt liegt zu hoch, also setzen wir die Markierung tiefer. Und so sollte es nach einigen Versuchen aussehen... seitliche Abweichungen können über Pfeil- und Sehneneigenschaften und Buttoneinstellung beeinflusst werden.

Für den Freizeit- und Wettkampfschützen gilt: der Rohschaft liegt beim Rechtshänder minimal links tief. Je besser der Schütze, desto näher sollte der Rohschaft zur befiederten Gruppe liegen, bzw. sogar mitten drin stecken.

...zurück zur Nockpunktherstellung:

Nun wandeln wir den provisorischen in einen dauerhaften Wind-und Wetter-Nockpunkt.

Wir markieren das obere Ende der Nocke und setzen dort den Papierstreifen mit etwas Klebstoff an, wickeln einmal um die Sehne und warten kurz, bis der Sitz fixiert ist.
provisorisch Papierstreifen
Dann geben wir Kleber (anfangs gerne beidseitig) den Papierstreifen entlang, drehen die Sehne und legen den Streifen so unter Spannung sorgfältig an den Rändern bündig um die Sehne, so dick wie gewünscht.
Kleben Nockpunkt
Wer einen doppelten Nockpunkt bevorzugt, setzt nun die Nocke an und markiert den Beginn des zweiten Papierstreifens. Die Nocke soll später nicht eingeklemmt sitzen, sondern sich störungsfrei lösen können. Kleben, und das war's schon.
Sekundenkleber bb-tipp-043_bild-009
Das Nachbehandeln der Nockpunkte hat nicht nur ästhetische Gründe, überflüssiges Material wird auch hier vermieden. Denn genau wie beim Klemmnockpunkt gilt es, möglichst den Kontakt zwischen Tab und Nockpunkt zu vermeiden.

Man kann eine Schlüsselfeile - wie auf dem unteren Bild dargestellt - verwenden.
Sollte keine Feile zur Hand sein, kann alternativ ein Cutter verwendet werden.

Sehr sehr vorsichtig wird mit der scharfen Klinge Außenrandmaterial in Richtung Sehne (ich erwähnte das Wort vorsichtig?) abgenommen. Hier steht nicht nur die Mittelwicklung, sondern im Ernstfall die Sehne auf dem Spiel.
Schlüsselfeile

Man kann von vorneherein schmalere oder sich verjüngende Streifen (ca. 2 mm) verwenden und diese dann unbehandelt lassen. Die Papierstreifen der erstgenannten Methode haben mehr Kontaktfläche zur Mittelwicklung und sind somit etwas stabiler befestigt und vor Verrutschen besser geschützt.

Zum Abschluss kann eine dünne Schutzschicht Fletchkleber oder Alleskleber über die Schnittkanten gelegt werden.

(C) www.Bogenwiese.de
Tipps & Tricks für Bogenschützen
Autor:
Fotos/Fotobearbeitung:
3D-Grafik:
Tanya Lackner (c)
Wolfgang Schwarz (c)
Holger Hüning (c)

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