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Rick McKinney rät...

BB-Tipp Befiedern mit Spin-Wings, Tipps und Tricks aus dem Bogensport

Ein Komplett befiederter Satz ACE-Pfeile.

Ja, Rick McKinney, dieser Ausnahmeathlet. An den Weltmeisterschaften und Olympiaden nahm er im Zeitraum 1975 bis 1992 teil, errang bei den Weltmeisterschaften 8x Gold, 3x Silber und 1x Bronze, davon drei Einzel-Gold und zwei Einzelsilber. Zu Olympia konnte er mit einer Silbermedaille im Einzel 1984 und eine Silbermedaille im Team 1988 aufwarten. Und noch immer ist er aktiv. Sowohl schießtechnisch als auch in Bezug auf Materialfragen hört und liest man von ihm.

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass in englischsprachigen Foren zig Eintragungen der Bogensport-Legende Rick McKinney zitiert werden, entsprechend sind auch seine Erfahrungen über die Verwendung von Spin-Wings zu finden. Da McKinneys Erfahrungen über Spin-Wings unseren Artikel wunderbar ergänzen, möchten wir einiges hier als Zusammenfassung wiedergeben. Ein Großteil McKinney Aussagen stammt übrigens aus dem Forum Archery-Talk.

Bei Spin-Wings kann man momentan zwischen den Farben weiß, gelb, rot, blau und schwarz wählen, wobei McKinneys Einschätzung nach weiß die weicheste Spin-Wing-Sorte darstellt, entsprechend der aufgelisteten Reihenfolge wäre schwarz dann die härteste. Bereits hier weicht McKinney mit seiner Aussage von den Angaben auf der Verpackung ab. Doch McKinney bezieht sich auf seine eigenen Erfahrungen, genau genommen auf ein Setup, dass für ihn die besten Gruppierungen bringt. Und nur das zählt für ihn. Durch die unterschiedliche Weichheit, also Flexibilität der verschiedenen Spin-Wing-Sorten kommt es zu verschiedener aerodynamischer Bremswirkung, ebenso wäre es bei Verwendung anderer Längen von Spin-Wing. Daher rät er, tatsächlich die verschiedenen Farben möglichst auch probezuschießen, da die Auswirkungen verschiedener Spin-Wings recht unterschiedlich ausfallen können. Um die Kosten niedrig zu halten, sollten der Kauf von verschiedensten Farben und Längen unter den Schützen aufgeteilt werden.

Eben diese Weichheit des Materials spielt sowohl für das Materialsetup und somit für die Gruppierung als auch für die Haltbarkeit der Spin-Wing eine große Rolle. Weiche Spin-Wings gelten beispielsweise noch als eher robust bei Streifschüssen an der Pfeilanlage. Des Weiteren ist die Wahl der Länge von Spin-Wings von der Pfeilgeschwindigkeit abhängig. Denn es liegt auf der Hand, je länger die Spin-Wings, desto mehr wird der Pfeil auch gebremst, die Streuung nimmt entsprechend zu. Daher verwenden viele Schützen auf ihren ACE's und X10er kurze, also 1 3/4 bis etwas über 2'' lange Spin-Wings. Übrigens können mit Lippenstift an den Spin-Wings Streifschüsse sichtbar gemacht werden. Zur Positionierung der Spin-Wings auf dem Schaft rät McKinney diese so nah wie möglich an der Nocke anzubringen, jedoch müssen die Finger noch immer ausreichend Platz beim Lösen haben. Im Bezug auf das Aufkleben dieser Federn mit Drall rät McKinney zu möglichst wenig Drall, am Besten 0 Grad, da mit höherem Drall der Bremseffekt und somit die Streuung der Pfeile zunimmt.

Eine ideale Möglichkeit zum Tunen der mit Spin-Wings befiederten Pfeile stellt das Nockendrehen dar. Idealer Weise skizziert man sich seine Trefferbilder auf einem Zettel, zieht daraus entsprechende Rückschlüsse. Überhaupt ist es hilfreich möglichst viele Informationen zum Setup und den befiederten Pfeilen zu sammeln, denn je mehr  Informationen, desto leichter ist es diese wieder und wieder anzuwenden. Art, Länge und Position der Spin-Wings sowie Nockenstellung sollten danach unter möglichst wechselnden Witterungsbedingungen getestet werden, um eine Universaleinstellung für alle Gelegenheiten zu bekommen, dieses z.B. auch für unterschiedliche Windverhältnisse. Schützen mit hohem Zuggewicht greifen zu der light-Version der Spin-Wings, Schützen mit leichtem Zuggewicht nehmen die Standard-Ausführung.

BB-Tipp Befiedern mit Spin-Wings, Tipps und Tricks aus dem Bogensport

Nachziehen der Spin-Wings bei geknickten Federn

Auch die Klebefläche der Spin-Wings auf dem Schaft als Solches ist wichtig. Denn diese bestimmt die Form des Spin-Wings, somit deren aerodynamische Eigenschaften. Bereits das Umwickeln mit Klebeband der vorderen und hinteren Spin-Wing-Ecke suggeriert zwar mehr Sicherheit in Bezug auf deren Nichtabfallen, allerdings wird dadurch der Spin-Wing auch aus seiner ursprünglichen Form gebracht. Eine Notwendigkeit, die sich leider gleich wieder als vermeintlich fatal erweist. Doch ganz soooo fatal vielleicht auch wieder nicht, denn auch Rick McKinney hatte auf Turnieren die Erfahrung gemacht, dass leicht zerknitterte Spin-Wings durchaus auch noch im Scheibenzentrum landen können. Man sollte die Pfeile und ihre Federn aber trotzdem weitestgehend kontrollieren, geknickte Spin-Wings so gut es geht z.B. mit dem Daumen wieder gerade ziehen.

Nach dieser Zusammenfassung von Ausführungen der Bogensportlegende Rick McKinney widmen wir uns auf der nächsten Seite nun wieder greifbaren Argumenten...
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