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Zurück zu den greifbaren Argumenten

Beim Kauf der Spin-Wings ist entsprechend ihrer Drillrichtung darauf zu achten, ob diese später bei Rechts- oder Linkshänder angewendet werden. In der folgenden Beschreibung und den Grafiken haben wir uns auf das Befiedern mit Spin-Wings für Rechtshänder bezogen.

Noch vor der Befiederung wollen wir uns ein wenig mit den Flugeigenschaften von Pfeilen mit Spin-Wings und Fletchen beschäftigen.

Ein kurzer Ausflug zum Pfeiltuning Abteilung FOC:


Das geringe Gewicht der Spin-Wings kann beim Pfeile-Tuning einbezogen werden, hier  im Vergleich 2'' Spin-Wing Vanes (Bild 1) und Kunststofffletches (Bild 2) auf der Grain-Waage, die Anzeige ist in Grain:
BB-Tipp Befiedern mit Spin-Wings, Tipps und Tricks aus dem Bogensport BB-Tipp Befiedern mit Spin-Wings, Tipps und Tricks aus dem Bogensport
2'' Spin-Wings mit beiden einseitigen Klebestreifen und den drei zweiseitigen Klebestreifen auf einer Grainwaage nachgewogen
2'' FFP-Fletche auf einer Grainwaage nachgemessen

Weshalb spielt das Gewicht der Federn eine Rolle? Es sind doch 'nur' Zehntel Gramm.

BB-Tipp Befiedern mit Spin-Wings, Tipps und Tricks aus dem Bogensport

Bestimmen des FOC bei Pfeilen mit
Hilfe des Beiter Balance Clip

Der FOC (Front of Center, "vor dem Gewichtsmittelpunkt / Schwerpunkt") ist ein wichtiger Parameter beim Pfeiltuning. Er beschreibt das Verhältnis des Schwerpunktes des Pfeiles zu seiner Gesamtlänge. Idealer Weise sollte diese Markierung in der vorderen Hälfte des Pfeiles liegen, wie weit, hängt vom Pfeiltyp ab. Grundsätzlich gilt: Ein Pfeil fliegt mehr an seinem Optimum, wenn sein Schwerpunkt 6-15 Prozent vor dem Mittelpunkt der Pfeillänge liegt. Liegt dieser Schwerpunkt zu weit vorn, so sackt der Pfeil auf Entfernung auch zu schnell ab. Liegt er hingegen zu weit Richtung Nocke, so würde der Pfeile ehr segeln anstatt er eine optimale Flugkurve hätte. Wir sollten also den tatsächlichen   Gewichtsmittelpunkt herausfinden und die Pfeillänge wissen, um den FOC zu errechnen. Nebenbei bemerkt, Änderungen der Pfeilspitze oder der Pfeillänge wirken sich natürlich auch auf den FOC aus. Den Schwerpunkt ermitteln wir, indem wir den Pfeil auf eine scharfe Kante (zum Beispiel eine Messerklinge) legen und eine Markierung setzen, wenn der Pfeil waagerecht liegt. Von Beiter gibt es für diesen Zweck das Tool Balance Clip, also eine Art Klammer, die auf den Pfeil geklemmt werden kann. Deren Fuß stellt dann den Balanzepunkt dar. Durch Verschieben auf dem Schaft lässt sich schnell und einfach der Schwerpunkt ermitteln.

FOC bei Pfeilen

Beispiele von FOC-Richtwerten

  • 7-9 % für Aluminium-Pfeile
  • 9-11 % für ACC-Pfeile
  • 11-14 % für ACE-Pfeile mit Fletche
  • 12-15 % für ACE mit Spin-Wings
  • zzgl. 3 - 9 % für ACE mit Schraubeinsätzen

Wir sehen an der obigen Auflistung der FOC-Richtwerte, dass ein ACE-Pfeil durch  das geringere Gewicht der Spin-Wings deutlich kopflastiger wird. Zusätzlich muss man bei Verwendung der EASTON-ACE-Inserts (Einschraubhülsen mit langem Aluschaft) berücksichtigen, dass sich der FOC um weitere 3 - 9 % nach vorn verschiebt. Den Anweisungen zur Bestimmung des FOC ist aber auch zu entnehmen, dass beim Wechsel auf eine andere Nockensorte sich auch der FOC entsprechend verschiebt. Denn die verschiedenen Nockensorten sind durchaus auch unterschiedlich lang. Eine Beiternocke ist beispielsweise vom Schaftende bis Nockboden 10 mm lang, eine EASTON G-Nock nur 8 mm. Zwar nicht viel, für das Feintunen aber durchaus erwähnenswert.

Berechnung des FOC-Wertes:

FOC [%] = ( L/2 - S ) * 100/L               
L: Pfeillänge in mm (Nockboden bis Schaftende)
S: Schaftlänge in mm von Spitze bis Schwerpunkt

Ein Beispiel

Sehen wir uns zum besseren Verständnis ein Beispiel an: Die Pfeillänge von Nockboden bis Schaftende beträgt 70,9 cm, der Schwerpunkt wurde bei 26,7 cm ermittelt (gemessen vom spitzenseitigen Schaftende bis zum Schwerpunkt).
FOC[%] = [ ( 709 / 2 ) - 267 ] * 100 [%] / 709
FOC[%] = 12,3 %

Ein ausgewogener Pfeil

Vielleicht auch noch ein Wort zur Ausgewogenheit von Pfeilen. Denn leichte filigrane Pfeile reagieren mit ihrem Pfeilflug ausgesprochen anfällig auf ungünstiges Material-Setup und Abschussfehler. Eine gute Abstimmung von Spitzengewicht, Federn und Nocken ist naheliegend. Gerade bei leichten schnellen Pfeilen sollte daher die Befiederung so leicht und schmal wie möglich sein, jedoch noch immer ausreichend Führung bieten, den Pfeil beim Abschuss entsprechend auszurichten. Der FOC stellt hier einen recht guten Richtwert dar, inwieweit Nocken- und Federgewicht mit dem Gewicht der Spitze harmonieren. Für langsame Bögen empfiehlt sich eine entsprechend größere Befiederung.

Schießt man nun zum Vergleich Pfeile die sowohl mit Spin-Wings als auch mit FFP's befiedert sind (jeweils ohne Drall aufgeklebt, gleiches Spitzengewicht), so lässt sich trotz der deutlich leichteren Spin-Wings kein gravierender Höhengewinn feststellen. Demzufolge lässt sich auf einen deutlichen Bremseffekt durch die Aerodynamik der Spin-Wings rückfolgern. Für den Schützen bleibt einzig als Auswahlkriterium, welche der beiden Sorten für ihn persönlich besser gruppiert. Und natürlich spielt für viele Schützen auch die schnelle und unkomplizierte Befiederung mit Spin-Wings eine entscheidende Rolle.

Nach aller Vorbetrachtung nun aber zurück zur Praxis, dem eigentlichen Befiedern unserer Pfeile...
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