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FITA-Recurve FITA-Compound Traditionell
BB-Tipp Befiedern mit Spin-Wings, Tipps und Tricks aus dem Bogensport

In einer Verpackung sind 50 Spin-Wings, ausreichend
doppelseitige Klebestreifen sowie eine Rolle schwarzes
einseitiges Sicherheitsklebeband enthalten.

Pfeile für das Bogenschießen lassen sich mit verschiedenster Befiederung versehen. Für beinahe jeden Anwendungszweck gibt es etwas: Naturfedern, Federn mit vorgefertigten Drall, Fletche und eben auch Spin-Wings. Speziell diesen kleinen ultra-leichten Kunststofffedern wollen wir uns heute widmen, denn die Befiederung eines kompletten Satzes von Pfeilen nimmt im Vergleich zu allen anderen Federn nur einen Bruchteil an Arbeitszeit in Anspruch. Es werden keinerlei zusätzliche Gerätschaften benötigt, und dieses bei vergleichbaren Trefferbildern. Aber vielleicht gibt es ja noch weitere Vorteile, auf die wir im Laufe des Artikels eingehen möchten...

Gut, Spin-Wings sind also innerhalb sehr kurzer Zeit mit wenig Aufwand am Pfeil aufgebracht. Speziell für Spin-Wings hat sich erwiesen: Das Kleben mit der Hand erzielt ähnlich gute Ergebnisse wie das Kleben mit einer Vorrichtung, daher benötigen wir lediglich:

  • Utensilien zum Reinigen der Pfeiloberfläche (zum Beispiel Aceton bzw. Nagellackentferner)
  • in der Packung enthaltene vorgeschnittenes dünnes doppelseitige Klebestreifen
  • in der Packung enthaltenes einseitiges Sicherheits-Klebeband zum abschließenden Umwickeln der Wing-Enden
  • Spin-Wings
Bei einigen Bogensport-Händlern sind Spin-Wings sowie Klebeband auch einzeln erhältlich. Übrigens, die doppelseitigen Klebestreifen sind recht praktisch, denn nebenbei entfällt noch die Trocknungszeit des Klebers, da ausschließlich ein bereits vom Hersteller zugelegtes doppelseitiges Klebeband verwendet wird. Der Pfeil kann deshalb nach der Befiederung sofort geschossen werden.

Für wen sind Spin-Wings überhaupt geeignet

Spin-Wings sind für Compoundbögen nicht geeignet, die Geschwindigkeit des Pfeils ist zu hoch, die Federn würden sich im Flug flach an den Schaft anlegen. Daher werden die gewünschten aerodynamischen Eigenschaften der herkömmlichen Spin-Wings beim Schießen mit Compoundbögen leider nicht erzielt. Auch im traditionellen Bereich finden Spin-Wings kaum Anwendung, eher benutzen traditionell schießende Schützen auf ihren Holzpfeilen die deutlich aufwändigere Naurbefiederung. Das Schießen mit Spin-Wings bleibt also ausschließlich den Recurve-Bogenschützen vorbehalten, und dieses in der Regel bei Verwendung von Carbonpfeilen.

Vor- und Nachteile von Spin-Wings

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Karina Winter schießt auf ihren X10ern weiße Spin-Wings.

Natürlich gibt es bei Spin-Wings auch Nachteile, denn sie sind deutlich empfindlicher, bei manchen Schützen kommt es häufiger zu Reparaturarbeiten als bei Verwendung von Kunststofffletches. Vor allem Lösefehler machen sich nachteilig auf die Haltbarkeit der Spin-Wings bemerkbar. Schlagen Pfeile durch schlechtes Lösen oder nicht richtig aufeinander abgestimmtes Material an der Pfeilauflage oder am Mittelteil an, reißen die Federn entweder ein, lösen sich von der Klebefläche oder ein Teil des Spin-Wings wird regelrecht abrasiert. Spin-Wings müssten dann schneller ausgetauscht werden. Fletches hingegen sind gegen solche Beanspruchungen recht robust. Bei solcher Art Beschädigungen von Spin-Wings hilft manchmal schon, die Nocke ein wenig zu drehen. Auch nehmen Spin-Wings Scheibendurchschüsse gern übel, denn die Federn knicken schnell, reißen unter Umständen ein oder sogar gänzlich ab. Diese Art der Beanspruchung überstehen die meisten Fletch-Sorten recht gut, vor allem die Sorte FFP.

Spin-Wings gibt es in verschiedenen Farben. Und tatsächlich weisen diese Federn je nach Farbe unterschiedliche Härtegrade, also Flexibilitäten auf. Daher könnte man der verschieden farbigen Spin-Wings wegen seine Pfeile damit recht gut Feintunen, dazu später aber mehr. Auf jeden Fall sollte aus diesem Grund ein Befiedern von Pfeilen mit unterschiedlichen Spin-Wing-Farben unbedingt vermieden werden! Von der Herstellung her werden diese Federn übrigens aus zwei dünnen Folien bereits in ihrer Endform kaltverpresst und geklebt. Deshalb behalten Spin-Wings dauerhaft auch ihre verdrehte Form. Geknickte Spin-Wings kann man deshalb per Hand recht gut auf ihre ursprüngliche Form wieder nachziehen.

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Im Bild dargestellt: eingerissene Spin-Wings durch
Streifschüsse an der Pfeilanlage.

Auch ein Vorteil von Spin-Wings: Sofern die Federn bei solchen Beanspruchungen lediglich nur geknickt wurden oder einer der Federn abgefallen ist, so kann ein Pfeil mit zwei Spin-Wings bzw. mit geknickter Befiederung noch immer recht gut geschossen werden, er landet tatsächlich noch halbwegs im Ziel. Pfeile mit eingerissenen oder einseitig hängenden Spin-Wings hingegen sind fatal für den Schützen, denn der Pfeil wird durch diese Stellen so stark gebremst, dass er unter Umständen die Schießscheibe gar nicht mehr erreicht. Deshalb ist es besser, beschädigte Spin-Wings am besten sofort ganz zu entfernen oder besser gleich zu reparieren, damit der Pfeil nicht unkontrolliert zur Scheibe tanzt. Bei leicht eingerissenen Spin-Wings reicht es, die eingerissene Stelle nur ein wenig mit der Schere glatt schneiden. Beispielsweise würde der auf dem rechten Bild an den Spin-Wings beschädigte Pfeil noch immer gute Trefferergebnisse bringen. Die angerissenen Spin-Wings sollten jedoch mit der Schere glatt geschnitten werden.

Mit dem Tuning von Pfeilen durch Spin-Wings hat sich Rick McKinney recht ausführlich befasst, dessen Ausführungen wir auf der nächsten Seite kurz zusammenfassend wiedergeben möchten...

Rick McKinney rät...

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Ein Komplett befiederter Satz ACE-Pfeile.

Ja, Rick McKinney, dieser Ausnahmeathlet. An den Weltmeisterschaften und Olympiaden nahm er im Zeitraum 1975 bis 1992 teil, errang bei den Weltmeisterschaften 8x Gold, 3x Silber und 1x Bronze, davon drei Einzel-Gold und zwei Einzelsilber. Zu Olympia konnte er mit einer Silbermedaille im Einzel 1984 und eine Silbermedaille im Team 1988 aufwarten. Und noch immer ist er aktiv. Sowohl schießtechnisch als auch in Bezug auf Materialfragen hört und liest man von ihm.

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass in englischsprachigen Foren zig Eintragungen der Bogensport-Legende Rick McKinney zitiert werden, entsprechend sind auch seine Erfahrungen über die Verwendung von Spin-Wings zu finden. Da McKinneys Erfahrungen über Spin-Wings unseren Artikel wunderbar ergänzen, möchten wir einiges hier als Zusammenfassung wiedergeben. Ein Großteil McKinney Aussagen stammt übrigens aus dem Forum Archery-Talk.

Bei Spin-Wings kann man momentan zwischen den Farben weiß, gelb, rot, blau und schwarz wählen, wobei McKinneys Einschätzung nach weiß die weicheste Spin-Wing-Sorte darstellt, entsprechend der aufgelisteten Reihenfolge wäre schwarz dann die härteste. Bereits hier weicht McKinney mit seiner Aussage von den Angaben auf der Verpackung ab. Doch McKinney bezieht sich auf seine eigenen Erfahrungen, genau genommen auf ein Setup, dass für ihn die besten Gruppierungen bringt. Und nur das zählt für ihn. Durch die unterschiedliche Weichheit, also Flexibilität der verschiedenen Spin-Wing-Sorten kommt es zu verschiedener aerodynamischer Bremswirkung, ebenso wäre es bei Verwendung anderer Längen von Spin-Wing. Daher rät er, tatsächlich die verschiedenen Farben möglichst auch probezuschießen, da die Auswirkungen verschiedener Spin-Wings recht unterschiedlich ausfallen können. Um die Kosten niedrig zu halten, sollten der Kauf von verschiedensten Farben und Längen unter den Schützen aufgeteilt werden.

Eben diese Weichheit des Materials spielt sowohl für das Materialsetup und somit für die Gruppierung als auch für die Haltbarkeit der Spin-Wing eine große Rolle. Weiche Spin-Wings gelten beispielsweise noch als eher robust bei Streifschüssen an der Pfeilanlage. Des Weiteren ist die Wahl der Länge von Spin-Wings von der Pfeilgeschwindigkeit abhängig. Denn es liegt auf der Hand, je länger die Spin-Wings, desto mehr wird der Pfeil auch gebremst, die Streuung nimmt entsprechend zu. Daher verwenden viele Schützen auf ihren ACE's und X10er kurze, also 1 3/4 bis etwas über 2'' lange Spin-Wings. Übrigens können mit Lippenstift an den Spin-Wings Streifschüsse sichtbar gemacht werden. Zur Positionierung der Spin-Wings auf dem Schaft rät McKinney diese so nah wie möglich an der Nocke anzubringen, jedoch müssen die Finger noch immer ausreichend Platz beim Lösen haben. Im Bezug auf das Aufkleben dieser Federn mit Drall rät McKinney zu möglichst wenig Drall, am Besten 0 Grad, da mit höherem Drall der Bremseffekt und somit die Streuung der Pfeile zunimmt.

Eine ideale Möglichkeit zum Tunen der mit Spin-Wings befiederten Pfeile stellt das Nockendrehen dar. Idealer Weise skizziert man sich seine Trefferbilder auf einem Zettel, zieht daraus entsprechende Rückschlüsse. Überhaupt ist es hilfreich möglichst viele Informationen zum Setup und den befiederten Pfeilen zu sammeln, denn je mehr  Informationen, desto leichter ist es diese wieder und wieder anzuwenden. Art, Länge und Position der Spin-Wings sowie Nockenstellung sollten danach unter möglichst wechselnden Witterungsbedingungen getestet werden, um eine Universaleinstellung für alle Gelegenheiten zu bekommen, dieses z.B. auch für unterschiedliche Windverhältnisse. Schützen mit hohem Zuggewicht greifen zu der light-Version der Spin-Wings, Schützen mit leichtem Zuggewicht nehmen die Standard-Ausführung.

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Nachziehen der Spin-Wings bei geknickten Federn

Auch die Klebefläche der Spin-Wings auf dem Schaft als Solches ist wichtig. Denn diese bestimmt die Form des Spin-Wings, somit deren aerodynamische Eigenschaften. Bereits das Umwickeln mit Klebeband der vorderen und hinteren Spin-Wing-Ecke suggeriert zwar mehr Sicherheit in Bezug auf deren Nichtabfallen, allerdings wird dadurch der Spin-Wing auch aus seiner ursprünglichen Form gebracht. Eine Notwendigkeit, die sich leider gleich wieder als vermeintlich fatal erweist. Doch ganz soooo fatal vielleicht auch wieder nicht, denn auch Rick McKinney hatte auf Turnieren die Erfahrung gemacht, dass leicht zerknitterte Spin-Wings durchaus auch noch im Scheibenzentrum landen können. Man sollte die Pfeile und ihre Federn aber trotzdem weitestgehend kontrollieren, geknickte Spin-Wings so gut es geht z.B. mit dem Daumen wieder gerade ziehen.

Nach dieser Zusammenfassung von Ausführungen der Bogensportlegende Rick McKinney widmen wir uns auf der nächsten Seite nun wieder greifbaren Argumenten...

Zurück zu den greifbaren Argumenten

Beim Kauf der Spin-Wings ist entsprechend ihrer Drillrichtung darauf zu achten, ob diese später bei Rechts- oder Linkshänder angewendet werden. In der folgenden Beschreibung und den Grafiken haben wir uns auf das Befiedern mit Spin-Wings für Rechtshänder bezogen.

Noch vor der Befiederung wollen wir uns ein wenig mit den Flugeigenschaften von Pfeilen mit Spin-Wings und Fletchen beschäftigen.

Ein kurzer Ausflug zum Pfeiltuning Abteilung FOC:


Das geringe Gewicht der Spin-Wings kann beim Pfeile-Tuning einbezogen werden, hier  im Vergleich 2'' Spin-Wing Vanes (Bild 1) und Kunststofffletches (Bild 2) auf der Grain-Waage, die Anzeige ist in Grain:
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2'' Spin-Wings mit beiden einseitigen Klebestreifen und den drei zweiseitigen Klebestreifen auf einer Grainwaage nachgewogen
2'' FFP-Fletche auf einer Grainwaage nachgemessen

Weshalb spielt das Gewicht der Federn eine Rolle? Es sind doch 'nur' Zehntel Gramm.

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Bestimmen des FOC bei Pfeilen mit
Hilfe des Beiter Balance Clip

Der FOC (Front of Center, "vor dem Gewichtsmittelpunkt / Schwerpunkt") ist ein wichtiger Parameter beim Pfeiltuning. Er beschreibt das Verhältnis des Schwerpunktes des Pfeiles zu seiner Gesamtlänge. Idealer Weise sollte diese Markierung in der vorderen Hälfte des Pfeiles liegen, wie weit, hängt vom Pfeiltyp ab. Grundsätzlich gilt: Ein Pfeil fliegt mehr an seinem Optimum, wenn sein Schwerpunkt 6-15 Prozent vor dem Mittelpunkt der Pfeillänge liegt. Liegt dieser Schwerpunkt zu weit vorn, so sackt der Pfeil auf Entfernung auch zu schnell ab. Liegt er hingegen zu weit Richtung Nocke, so würde der Pfeile ehr segeln anstatt er eine optimale Flugkurve hätte. Wir sollten also den tatsächlichen   Gewichtsmittelpunkt herausfinden und die Pfeillänge wissen, um den FOC zu errechnen. Nebenbei bemerkt, Änderungen der Pfeilspitze oder der Pfeillänge wirken sich natürlich auch auf den FOC aus. Den Schwerpunkt ermitteln wir, indem wir den Pfeil auf eine scharfe Kante (zum Beispiel eine Messerklinge) legen und eine Markierung setzen, wenn der Pfeil waagerecht liegt. Von Beiter gibt es für diesen Zweck das Tool Balance Clip, also eine Art Klammer, die auf den Pfeil geklemmt werden kann. Deren Fuß stellt dann den Balanzepunkt dar. Durch Verschieben auf dem Schaft lässt sich schnell und einfach der Schwerpunkt ermitteln.

FOC bei Pfeilen

Beispiele von FOC-Richtwerten

  • 7-9 % für Aluminium-Pfeile
  • 9-11 % für ACC-Pfeile
  • 11-14 % für ACE-Pfeile mit Fletche
  • 12-15 % für ACE mit Spin-Wings
  • zzgl. 3 - 9 % für ACE mit Schraubeinsätzen

Wir sehen an der obigen Auflistung der FOC-Richtwerte, dass ein ACE-Pfeil durch  das geringere Gewicht der Spin-Wings deutlich kopflastiger wird. Zusätzlich muss man bei Verwendung der EASTON-ACE-Inserts (Einschraubhülsen mit langem Aluschaft) berücksichtigen, dass sich der FOC um weitere 3 - 9 % nach vorn verschiebt. Den Anweisungen zur Bestimmung des FOC ist aber auch zu entnehmen, dass beim Wechsel auf eine andere Nockensorte sich auch der FOC entsprechend verschiebt. Denn die verschiedenen Nockensorten sind durchaus auch unterschiedlich lang. Eine Beiternocke ist beispielsweise vom Schaftende bis Nockboden 10 mm lang, eine EASTON G-Nock nur 8 mm. Zwar nicht viel, für das Feintunen aber durchaus erwähnenswert.

Berechnung des FOC-Wertes:

FOC [%] = ( L/2 - S ) * 100/L               
L: Pfeillänge in mm (Nockboden bis Schaftende)
S: Schaftlänge in mm von Spitze bis Schwerpunkt

Ein Beispiel

Sehen wir uns zum besseren Verständnis ein Beispiel an: Die Pfeillänge von Nockboden bis Schaftende beträgt 70,9 cm, der Schwerpunkt wurde bei 26,7 cm ermittelt (gemessen vom spitzenseitigen Schaftende bis zum Schwerpunkt).
FOC[%] = [ ( 709 / 2 ) - 267 ] * 100 [%] / 709
FOC[%] = 12,3 %

Ein ausgewogener Pfeil

Vielleicht auch noch ein Wort zur Ausgewogenheit von Pfeilen. Denn leichte filigrane Pfeile reagieren mit ihrem Pfeilflug ausgesprochen anfällig auf ungünstiges Material-Setup und Abschussfehler. Eine gute Abstimmung von Spitzengewicht, Federn und Nocken ist naheliegend. Gerade bei leichten schnellen Pfeilen sollte daher die Befiederung so leicht und schmal wie möglich sein, jedoch noch immer ausreichend Führung bieten, den Pfeil beim Abschuss entsprechend auszurichten. Der FOC stellt hier einen recht guten Richtwert dar, inwieweit Nocken- und Federgewicht mit dem Gewicht der Spitze harmonieren. Für langsame Bögen empfiehlt sich eine entsprechend größere Befiederung.

Schießt man nun zum Vergleich Pfeile die sowohl mit Spin-Wings als auch mit FFP's befiedert sind (jeweils ohne Drall aufgeklebt, gleiches Spitzengewicht), so lässt sich trotz der deutlich leichteren Spin-Wings kein gravierender Höhengewinn feststellen. Demzufolge lässt sich auf einen deutlichen Bremseffekt durch die Aerodynamik der Spin-Wings rückfolgern. Für den Schützen bleibt einzig als Auswahlkriterium, welche der beiden Sorten für ihn persönlich besser gruppiert. Und natürlich spielt für viele Schützen auch die schnelle und unkomplizierte Befiederung mit Spin-Wings eine entscheidende Rolle.

Nach aller Vorbetrachtung nun aber zurück zur Praxis, dem eigentlichen Befiedern unserer Pfeile...

Befiedern mit Spin-Wings

Wir hatten bereits auf den Zeitgewinn beim Befiedern von Pfeilen mit Spin-Wings hingewiesen. Ein Satz von 12 Pfeilen könnte man je nach Übung in ca. 1/4 bis 1/2 Stunde komplett mit Spin-Wings befiedern, die ganz Guten schaffen es auch in 10 Minuten. Zum Vergleich, das Befiedern mit Fletchen würde bei einer Trocknungszeit von etwa 10 Minuten pro Feder für einen Satz Pfeile ca. 6 Stunden dauern!

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1) Sobald der Schaft von allen Fletch-/Feder- und Kleberesten befreit ist, entfetten wir die Oberfläche sorgfältig (mit Nagellackentferner oder ähnlichen fettlösenden Substanzen). Auch der menschliche Schweiß hindert die neuen Spin-Wings usw. am Kleben, also bitte nach der Reinigung die Klebebereiche nicht mehr anfassen.
2) Sind Pfeile vorhanden, mit denen schon geschossen wurde, nimmt man einen von diesen, um den Abstand der Spin-Wings vom Schaftende festzulegen. Wir befiedern möglichst weit hinten, die Finger der Abschusshand dürfen die Federn jedoch nicht berühren. Dieser Abstand sollte bei allen Pfeilen gleich sein und beträgt im allgemeinen 1 Zoll (entspricht 2,54 cm).

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3) Die drei Klebestreifen werden auf etwa Länge der Spin-Wings geschnitten und in etwa in 120°-Abstand auf dem Schaft aufgebracht. Hier muss keine supergenaue Einteilung vorliegen, Spin-Wings verzeihen einige Abweichungen im Abstand. Man kann sich auch Markierungen anbringen mit Hilfe von Befiederungsgeräten oder speziellem Spin-Wings Zubehör (z.B. der Firma Beiter), aber es kann auch hilfreich sein, die Positionen freihändig aufzubringen und per Augenmaß zu überprüfen. Mit einiger Übung wird das freihändige Aufbringen immer einfacher.
4) Eine Schrägstellung von bis zu +1° verstärkt den Drall des Pfeiles und stabilisiert angeblich den Pfeilflug schneller. Der Pfeil verliert dann jedoch auch an Geschwindigkeit. Spin-Wings sollte daher gänzlich ohne Drall aufgeklebt werden. Ein negativer Drall ist jedoch unbedingt zu vermeiden, da dann die aerodynamischen Eigenschaften des Spin-Wings nicht zum Tragen kommen.

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5.) Wenn alle Streifen gesetzt sind, werden nacheinander die Schutzfolien abgezogen und die Federn nach dem Aufsetzen fest auf den Klebestreifen gedrückt. Jeder hat da sicherlich seine eigene Arbeitsweise, einige Schützen ziehen beispielsweise die Vorderkante des Spin-Wings mit dem Fingernagel nach.

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6.) Nach Aufbringen der Federn auf den Klebestreifen wird am Ansatz und am hinteren Ende der Spin-Wings ein (einseitiges) Klebeband verklebt. Ansetzen, straff halten, Pfeil ein bis anderthalb Mal drehen, Klebeband abreißen. Wie in allen anderen Bereichen versuchen wir, zuviel Material zu vermeiden. Zum Abschluss rundherum fest andrücken.

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7.) ...ja, was soll man beim letzten Schritt noch schreiben? Am Besten, wir freuen uns auf das Schießen mit unseren frisch befiederten Pfeilen, das tatsächlich deutlich schneller ging, als es bei Fletchen möglich wäre. Aber eines dann doch noch: Die Nocke sollte ja auf die richtige Position gedreht werden, erfahrungsgemäß wäre dies eine Y-Stellung der Spin-Wings, d.h., zwei Federn zeigen nach oben und eine nach unten. Doch dieses sollte entsprechend ausgeschossen werden.


Tja, und schon ist die Befiederung fertig. Das kann mit ein bisschen Übung ohne weiteres auf dem Platz erledigt werden.

Wir wünschen euch mit euren neu befiederten Pfeilen alle ins Gold! Winken


(C) www.Bogenwiese.de
Tipps & Tricks für Bogenschützen
Autor:
Fotos/Fotobearbeitung:

Tanya Lackner und
Holger Hüning (c)

Holger Hüning und Wolfgang Schwarz (c)
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